Zwei Dinge halten die meisten Deutschen vom Schwedenhaus ab: die Vorstellung, man käme ohne Makler nicht an Häuser heran, und die Sorge, ohne schwedisches Bankkonto gar nicht zahlen zu können. Beides stimmt nicht. Hier steht, was wirklich gilt.
In Schweden ist ein Makler beim Hauskauf nicht vorgeschrieben. Der Kauf direkt vom Eigentümer ist rechtlich genauso sicher, weil die Sicherheit nicht vom Makler kommt, sondern vom Gesetz: Ein schriftlicher Kaufvertrag (köpekontrakt) nach den Formregeln des Jordabalken bindet beide Seiten. Danach folgen die Zahlung, das köpebrev als Eigentumsurkunde und die Lagfart, der Grundbucheintrag. Wie diese Schritte zusammenspielen, steht im Artikel Hauskauf ohne Notar.
Der praktische Unterschied ist ein anderer: Ohne Makler gibt es kein Bieterverfahren. Bei den großen Portalen ist das Überbieten üblich und treibt den Preis oft weit über die Anzeige. Beim Direktkauf gilt der Festpreis aus dem Vertrag. Was da steht, zahlst du, keine Nachrunden.
Für den Kauf selbst brauchst du kein schwedisches Konto. Der Kaufpreis wird per Überweisung bezahlt, aus Deutschland, mit klarem Verwendungszweck und Beleg. Auch die Lagfart setzt kein schwedisches Konto voraus; eingetragen wirst du mit deinem deutschen Ausweis. Ein schwedisches Konto wird erst später im Alltag bequem, etwa für Stromabschläge, und lässt sich dann in Ruhe angehen.
Ehrlich dazu: Manche schwedischen Verkäufer und Banken werden nervös, wenn Geld aus dem Ausland kommt. Deshalb gehört zu einem sauberen Direktkauf, dass Zahlungsweg und Belege vorher klar vereinbart sind, nicht improvisiert am Übergabetag.
Der Kaufvertrag muss vier Dinge enthalten, sonst ist er nach schwedischem Recht ungültig: die Unterschriften beider Seiten, den Kaufpreis, die exakte Grundstücksbezeichnung (fastighetsbeteckning, nicht nur die Adresse) und eine Überlassungserklärung. Dazu kommen zwei Fristen-Regeln: köpebrev erst nach vollständiger Zahlung, Lagfart innerhalb von drei Monaten beantragen. Und weil ländliche Häuser eigene Themen haben, lies vor dem Kauf die Technik-Checkliste zu Brunnen, Abwasser, Heizung und Radon.
Wer ein renoviertes Haus in Stockholm-Nähe sucht und den Preis dafür zahlen will, ist bei Maklern und Portalen richtig. Der Direktkauf lohnt sich dort, wo die Portale dünn sind und die Preise niedrig: auf dem Land, zum Beispiel in Värmland oder in Norrland. Genau dort kaufe und verkaufe ich.
Schreib mir. Ich antworte persönlich und sage dir auch, wenn ein Haus nichts für dich ist.
Kontakt aufnehmen