„Ohne Notar? Das kann doch nicht sicher sein." Diese Reaktion ist verständlich, beruht aber auf einem Missverständnis. In Schweden braucht es keinen Notar, weil das Rechtssystem den Kauf anders, aber genauso verbindlich regelt.
Der Notar ist eine Besonderheit des deutschen Rechtssystems (und einiger anderer). Schweden hat ihn beim Immobilienkauf schlicht nie gebraucht. Stattdessen ist der Ablauf im Gesetz (Jordabalken) klar geregelt. Es ist kein Schlupfloch und keine Grauzone, sondern der normale, gesetzlich vorgeschriebene Weg, den jeder Schwede genauso geht.
Ein schriftlicher Vertrag zwischen Käufer und Verkäufer. Er benennt die Immobilie, den Preis und die Bedingungen und trägt die Unterschriften beider Seiten. Damit ist der Kauf rechtlich vereinbart.
Der Kaufpreis wird gezahlt, per Banküberweisung, mit klarem Beleg. Bei einem Mietkauf läuft die Zahlung in vereinbarten Raten (siehe Finanzierung & Mietkauf).
Nach vollständiger Zahlung stellt der Verkäufer das köpebrev aus. Es ist die Quittung und der formale Eigentumsnachweis. Es bestätigt, dass der Kauf vollzogen ist.
Mit dem köpebrev beantragst du beim Vermessungsamt (Lantmäteriet) die Lagfart: die öffentliche Eintragung, dass das Grundstück nun dir gehört. Dafür gilt eine Frist von drei Monaten ab dem Kauf. Erst die Lagfart macht dein Eigentum öffentlich sichtbar, vergleichbar mit dem deutschen Grundbucheintrag.
Üblich und sinnvoll ist, dass die Unterschriften von Zeugen bestätigt werden. Das ersetzt die Funktion, die in Deutschland der Notar übernimmt: einen klaren, nachweisbaren Vertragsschluss. Der Unterschied ist die Form, nicht die Sicherheit.
Versäum die Lagfart-Frist nicht. Und sorge dafür, dass das köpebrev erst nach vollständiger Zahlung übergeben wird. Das gehört zu einem sauberen Ablauf. Den genauen Ablauf bei Rabenfels findest du Schritt für Schritt auf der Seite So läuft ein Kauf ab.
Ich gehe jeden Schritt mit dir durch, auf Deutsch und in Ruhe.
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