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Haus mit Jagdrecht in Schweden kaufen: So funktioniert es für deutsche Jäger

19. Oktober 2026 · 9 Min. Lesezeit

Strichzeichnung: Hof mit Scheune am Waldrand, ein Elch auf der Lichtung und ein Hochsitz am Waldrand

Wer in Schweden ein Haus mit eigenem Land kauft, kauft das Jagdrecht gleich mit. Das steht so im Gesetz, und es ist der Grund, warum deutsche Jäger seit ein paar Jahren nicht mehr nur nach Jagdreisen schauen, sondern nach einem Hof in Värmland oder Västerbotten. Hier ist der Ablauf, wie wir ihn mit Käufern durchgehen: was das Jagdrecht am eigenen Hof wirklich umfasst, was du als Deutscher dafür brauchst und wo die meisten scheitern.

Gehört das Jagdrecht automatisch zum Grundstück?

Ja. Das schwedische Jagdgesetz (Jaktlagen 1987:259, 10 §) sagt es in einem Satz: Der Grundstückseigentümer hat das Jagdrecht auf dem Land, das zum Grundstück gehört. Es gibt keine Mindestfläche, keinen Jagdbezirk wie in Deutschland und keine Genossenschaft, die dir das Recht erst zuteilt. Kaufst du 8 Hektar Wald mit Haus, darfst du auf diesen 8 Hektar jagen, ab dem Tag der Übergabe.

Zwei Dinge musst du vorher prüfen. Erstens: Hat der Verkäufer das Jagdrecht verpachtet (jakträttsupplåtelse)? Ein Pachtvertrag kann mündlich geschlossen sein, und er bindet dich als Käufer, wenn er im Kaufvertrag vorbehalten wurde oder im Grundbuch eingetragen ist (Jordabalken 7 kap. 11 und 14 §). Verträge über ein Jahr oder länger müssen sechs Monate vor Ablauf gekündigt werden, sonst verlängern sie sich automatisch, bis zu fünf Jahre (Jaktlagen 16 §). Lass dir vom Verkäufer schriftlich bestätigen, dass kein Jagdvertrag besteht, oder lass ihn vor dem Kauf kündigen.

Zweitens: Gehört das Grundstück zu einem Viltvårdsområde? Das ist der Punkt, der ein kleines Grundstück zu einem richtigen Revier macht.

Was ist ein Viltvårdsområde und warum ist es für kleine Höfe so wertvoll?

Ein Viltvårdsområde (Wildpflegegebiet, kurz VVO) ist ein Zusammenschluss mehrerer Grundstücke zu einem gemeinsamen Jagdgebiet, geregelt im Gesetz 2000:592. Vor allem in Nordschweden ist das die normale Form, wie Jagd organisiert ist. Die Mitgliedschaft folgt dem Eigentum: Wer ein Grundstück im Gebiet besitzt, ist Mitglied im Verein (4 §). Du musst dich nicht bewerben, und niemand kann dich ablehnen.

Die Mitgliederversammlung (stämma) kann beschließen, dass Elch, Hirsch, Reh und Kleinwild im gesamten Gebiet gejagt werden, unabhängig von den Grundstücksgrenzen (23 §). Praktisch heißt das: Mit einem Hof von 10 Hektar jagst du in einem Gebiet von 1.500 oder 2.000 Hektar. Die Versammlung legt fest, wie viele Elche geschossen werden dürfen und wer wie viel Wildbret bekommt, meist nach Flächenanteil. Für Gäste gibt es Gastkarten (gästbevis), die Gebühren liegen oft bei einigen hundert Kronen im Jahr.

Der Verein kann Jagdausweise (jakträttsbevis) verlangen und eine Mindestfläche festlegen, ab der ein Eigentümer mehr als einen Ausweis bekommt. Aber auch der kleinste Grundbesitzer bekommt mindestens einen Ausweis je Wildart (25 §). Was du vor dem Kauf einholst: die Satzung des Vereins (stadgar) und das Protokoll der letzten Versammlung. Darin steht, was dein Hof an Jagd wirklich bringt.

Was gilt für ein Grundstück außerhalb eines Viltvårdsområde?

Jagen darfst du auch dort, auf deinem eigenen Land. Beim Elch wird es aber eng. Elche dürfen nur in registrierten Gebieten gejagt werden: in einem Lizenzgebiet (licensområde) mit zugeteilter Abschusszahl oder in einem Elchpflegegebiet (älgskötselområde), das seinen Plan selbst verwaltet (Jaktlagen 33 §). Auf nicht registriertem Land darfst du nur Kälber schießen, und das nur an fünf Tagen im Jahr.

Ein eigenes Lizenzgebiet registrierst du bei der Länsstyrelsen bis zum 31. Januar, die Gebühr liegt bei 2.300 kr. Als Richtwert verlangt Västerbotten eine Fläche, die mindestens ein Kalb im Jahr trägt, in der Praxis einige hundert Hektar. Mit 10 Hektar allein wirst du also kein eigenes Elchgebiet bekommen. Der übliche Weg ist der Anschluss an ein bestehendes Elchpflegegebiet oder Viltvårdsområde in der Nachbarschaft. Frag vor dem Kauf beim Jagdverein des Ortes oder beim Jägareförbundet nach, wie die Nachbarn organisiert sind.

Welches Wild gibt es und wann wird gejagt?

Elch ist das Wild, um das sich in Nordschweden alles dreht. In Västerbotten lief die Elchjagd 2026 vom 1. bis 25. September und läuft wieder vom 10. Oktober bis 31. Januar; im ganzen Län durften 12.700 Elche gejagt werden. In Värmland begann die Elchjagd am 8. Oktober und läuft bis 31. Januar. Für jeden erlegten Elch zahlt der Jäger eine Abschussgebühr (fällavgift) an die Länsstyrelsen, in Västerbotten 450 kr für ein erwachsenes Tier und 150 kr für ein Kalb, in Värmland 1.100 kr und 200 kr.

Rehe gibt es im Süden und in der Mitte deutlich mehr als im Norden; Bockjagd ab 16. August, allgemeine Jagd vom 1. Oktober bis 31. Januar. Bären werden nur in der Lizenzjagd vom 21. August bis 15. Oktober gejagt, mit Quoten je Län, die oft nach wenigen Tagen erfüllt sind; in Västerbotten waren es 2026 100 Bären, in Värmland 3. Wildschweine sind in Värmland rund um den Vänern angekommen, in Västerbotten bleiben sie selten. Dazu kommen Biber ab 1. Oktober, Auerhahn und Birkhuhn vom 25. August bis 15. November, Hase und Fuchs über den Winter.

Was braucht ein deutscher Jäger, um in Schweden zu jagen?

Weniger, als die meisten denken. Drei Dinge:

  1. Die staatliche Jagdkarte (statligt jaktkort). 400 kr pro Jagdjahr (1. Juli bis 30. Juni), gekauft beim Naturvårdsverket über das Jägerregister. Ohne schwedische Personnummer trägt dich ein Gastgeber mit schwedischer E-Legitimation in seine Gästeliste ein und zahlt die Karte; die Karte kommt als PDF. Beim eigenen Hof macht das zum Beispiel der Jagdleiter des Viltvårdsområde.
  2. Deinen deutschen Jagdschein. Zum Jagen reicht er. Die schwedische Jägerprüfung (jägarexamen) brauchst du erst, wenn du in Schweden Waffen kaufen und eine schwedische Waffenlizenz beantragen willst. Seit Oktober 2024 wird der deutsche Jagdschein dafür nicht mehr pauschal anerkannt.
  3. Den Europäischen Feuerwaffenpass. Mit ihm nimmst du deine eingetragenen Waffen und Munition bis zu drei Monate ohne Einfuhrgenehmigung nach Schweden mit, wenn du den Jagdzweck nachweisen kannst, zum Beispiel mit dem Kaufvertrag oder dem Jagdausweis des Vereins. Die Waffen meldest du beim Zoll an. Ohne Feuerwaffenpass beantragst du bei der Polizei eine Einfuhrgenehmigung (införseltillstånd), 990 kr, im Mittel rund vier Wochen.

Im Haus brauchen die Waffen einen Waffenschrank nach der Norm SS 3492, und die Polizei will wissen, wo sie aufbewahrt werden. Jagdhunde reisen mit Chip, gültiger Tollwutimpfung und EU-Heimtierausweis ein.

Darf ein Deutscher überhaupt einen Hof mit Wald kaufen?

Ja, mit einem Schritt mehr als beim normalen Haus. Ist das Grundstück als landwirtschaftliche Einheit (lantbruksenhet) veranlagt, und liegt es in einer Region, die das Gesetz als dünn besiedelt einstuft (glesbygd), brauchst du eine Erwerbsgenehmigung (förvärvstillstånd) der Länsstyrelsen (Jordförvärvslagen 1979:230). Das betrifft praktisch ganz Nordschweden und große Teile Värmlands. Nicht die Staatsangehörigkeit entscheidet, sondern der Wohnsitz: Jeder, der nicht seit einem Jahr in der Gemeinde gemeldet ist, stellt den Antrag, auch ein Schwede aus Stockholm.

Der Antrag geht online oder per Formular an die Länsstyrelsen, mit einer beglaubigten Kopie des Kaufvertrags. Die Gebühr beträgt 5.200 kr, die Bearbeitung dauert in Västerbotten drei bis vier Wochen. Die wichtigste Frist: Der Antrag muss innerhalb von drei Monaten nach dem Kaufvertrag gestellt sein, sonst ist der Kauf ungültig (10 und 11 §). Die Ablehnung ist die Ausnahme. Bei rund 2.000 Fällen im Jahr gab es zwischen 2018 und 2022 landesweit ein bis sechs Ablehnungen, und zwar dann, wenn ein ortsansässiger Bewerber das Land für seinen Betrieb brauchte. Wer glaubhaft macht, binnen zwölf Monaten dauerhaft dort zu wohnen, darf gar nicht abgelehnt werden.

Dazu kommen die Schritte, die jeder Käufer in Schweden geht: die Koordinationsnummer (samordningsnummer) vom Skatteverket, die seit Juli 2026 Pflicht für die Grundbucheintragung ist und eine persönliche Identitätsprüfung in einem schwedischen Servicebüro verlangt, und die Lagfart beim Lantmäteriet mit 1,5 % Stämpelskatt und 825 kr Gebühr. Die Reihenfolge und die Fristen findest du in Haus in Schweden kaufen: Die ersten Schritte und in Koordinationsnummer statt Personnummer.

Was kostet ein Hof mit Jagdrecht und was kostet er im Jahr?

Waldboden kostet in Nordschweden einen Bruchteil dessen, was du aus Deutschland kennst. Die Skogsstyrelsen nennt für 2025 im Schnitt 42.700 kr pro Hektar in Norra Norrland und 62.700 kr in Södra Norrland; im Süden des Landes sind es über 140.000 kr. Ein Hof mit 10 Hektar Wald, Wohnhaus und Scheune in Västerbotten oder Nordvärmland liegt je nach Zustand des Hauses meist zwischen 200.000 und 800.000 kr; wir haben solche Höfe für unter 400.000 kr gekauft. Reine Jagdpacht ist im Norden billig, oft nur zweistellige Kronenbeträge je Hektar und Jahr, aber sie ist kaum zu bekommen: Der Jägareförbundet schreibt selbst, dass im Grunde alles Jagdland schon vergeben ist. Genau deshalb kaufen Jäger den Hof.

Laufend zahlst du die kommunale Grundsteuer nur fürs Wohnhaus, 2026 höchstens 10.425 kr im Jahr. Auf Wald, Acker, Weide und Wirtschaftsgebäude fällt beim Lantbruk weder Grundsteuer noch Grundabgabe an. Dazu kommen Strom, Versicherung, Abwasser, Straßenverein und beim Viltvårdsområde die Vereinsgebühren. Was im Jahr zusammenkommt, rechnen wir in Brunnen, Abwasser, Heizung, Radon vor.

Woran scheitern deutsche Jäger am häufigsten?

  1. Der übersehene Jagdvertrag. Der Nachbar jagt seit zwanzig Jahren auf dem Land, mündlich vereinbart, und der Käufer erfährt es nach der Übergabe. Frag den Verkäufer schriftlich und schau in den Grundbuchauszug.
  2. Jagdrecht mit Elchjagd verwechselt. 10 Hektar außerhalb eines Viltvårdsområde oder Elchpflegegebiets bedeuten fünf Tage Kalbjagd im Jahr, mehr nicht. Die Organisation der Nachbarn entscheidet über den Wert des Hofes.
  3. Die Drei-Monats-Frist. Ohne Antrag auf Erwerbsgenehmigung innerhalb von drei Monaten ist der Kauf ungültig. Der Antrag gehört in die Woche nach dem Kaufvertrag.
  4. Die Koordinationsnummer zu spät. Sie braucht einen Termin in Schweden und Wochen Vorlauf. Wer sie erst nach dem Kauf beantragt, wartet auf die Eintragung.
  5. Waffen falsch eingeschätzt. Ohne Feuerwaffenpass dauert die Einfuhr einen Monat; wer nach Schweden zieht und dort Waffen kaufen will, muss seit 2024 die schwedische Jägerprüfung ablegen, mit Dolmetscher auf Schwedisch.

Wie wir dabei helfen

Wir kaufen Höfe und Häuser mit Jagdrecht in Värmland und Nordschweden selbst und verkaufen sie direkt an dich, ohne Makler dazwischen. Vor dem Kauf klären wir die Veranlagung des Grundstücks, ob es zu einem Viltvårdsområde gehört, ob ein Jagdvertrag besteht und was die Satzung sagt. Die Abwicklung läuft auf Deutsch, vom Kaufvertrag über die Erwerbsgenehmigung und die Koordinationsnummer bis zur Eintragung beim Lantmäteriet. Bekannte Mängel stehen vorher schriftlich im Vertrag.

Höfe mit Jagdrecht gehen bei uns zuerst an die Jagd-Warteliste, bevor sie irgendwo sonst auftauchen. Hier kannst du dich eintragen. Unsere aktuellen Objekte findest du unter Häuser und Höfe.

Quellen

Jaktlagen (1987:259) und Jaktförordningen (1987:905), riksdagen.se · Lag (2000:592) om viltvårdsområden, riksdagen.se · Jordförvärvslagen (1979:230) und Jordförvärvsförordningen (2005:522), riksdagen.se · Länsstyrelsen Västerbotten: Älgjakt 2026, Fällavgifter, Förvärv av lantbruksfastigheter · Länsstyrelsen Värmland: Älgjakt · Naturvårdsverket: Jägarregistret, Vanliga frågor om jakt · Polisen: Införsel och utförsel av vapen, Förvaring av vapen · Skatteverket: Samordningsnummer, Fastighetsskatt för lantbruk, Belopp och procent 2026 · Lantmäteriet: Stämpelskatt och avgifter, Lagfart för utländsk medborgare · Skogsstyrelsen/Skogskunskap: Priser på skogsfastigheter 2025 · SOU 2025:82 · Svenska Jägareförbundet: Jaktmöjligheter för utlänningar, Jakträttsavtal.

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