Wer ein Haus kauft, denkt zuerst an den Angebotspreis. Doch dann kommen die Kaufnebenkosten, und plötzlich sieht die Rechnung ganz anders aus. Beim Hauskauf in Deutschland kennt man das nur zu gut: Notarkosten, Maklergebühren, Grunderwerbsteuer von bis zu 6,5 Prozent. Das summiert sich schnell auf mehrere Tausend Euro zusätzlich zum Kaufpreis.
In Schweden ist das zum Glück deutlich entspannter. Den Makler bezahlt hier der Verkäufer, und einen Notar gibt es nicht. Trotzdem sind die Kaufnebenkosten beim Hauskauf in Schweden nicht gleich null. Die Stämpelskatt, die Gebühr des Lantmäteriet und ein paar andere Posten kommen zusammen, und wer damit nicht rechnet, erlebt eine kleine Überraschung.
In diesem Artikel schauen wir uns ehrlich und transparent an, was beim Kauf eines Rabenfels-Hauses in Schweden wirklich an Kosten anfällt. Von der Grunderwerbsteuer über die Registergebühr bis hin zu den laufenden Grundsteuern und einem direkten Vergleich mit Deutschland. So weißt du am Ende genau, womit du kalkulieren kannst.
Was Käufer in Schweden nicht zahlen müssen
Wer in Deutschland ein Haus kauft, kennt den Schmerz: Notar, Makler, Grundbuchgebühren, alles summiert sich schnell auf einen erheblichen Aufschlag zum Kaufpreis, noch bevor man einen Schlüssel in der Hand hält. In Schweden ist das grundlegend anders.
Kein Maklerhonorar für Käufer. Der schwedische Immobilienmarkt funktioniert nach dem Prinzip: Der Verkäufer beauftragt den Makler, der Verkäufer zahlt ihn. Vollständig. Käufer zahlen keinen Cent Courtage, egal ob der Makler 3 % oder 5 % vom Verkaufspreis erhält. In Deutschland trägt der Käufer typischerweise einen Teil der Maklerprovision.
Kein Notar, kein Beurkundungszwang. Schweden kennt keinen beurkundungspflichtigen Notar beim Immobilienkauf. Kaufvertrag (köpekontrakt) und Kaufbrief (köpebrev) werden von beiden Parteien direkt unterzeichnet. Keine Beurkundungsgebühr, keine Notartermine, keine Warteliste. Wie der Kauf ohne Notar abläuft, erklären wir in unserem Leitfaden zum Hauskauf in Schweden.
Keine Anwaltspflicht bei der Grundbucheintragung. Die Registrierung beim Lantmäteriet (der schwedischen Vermessungs- und Grundbuchbehörde) kann der Käufer direkt selbst beantragen. Bei Rabenfels übernehmen wir diesen Schritt als Teil der Kaufabwicklung.
Lagfart: Die Grunderwerbsteuer Schwedens
Eine Steuer fällt beim Eigentumserwerb in Schweden dennoch an: die Stämpelskatt, Schwedens Entsprechung zur deutschen Grunderwerbsteuer. Fällig wird sie mit der Lagfart, der Eintragung des neuen Eigentümers. Deshalb spricht man im Alltag oft einfach von der Lagfart-Steuer.
Der Steuersatz für Privatpersonen beträgt einheitlich 1,5 %, berechnet auf den Kaufpreis oder den behördlichen Steuerwert der Immobilie, das sogenannte Taxeringsvärde, je nachdem, welcher Betrag höher ist.
Das Taxeringsvärde ist der amtlich festgestellte Einheitswert einer Immobilie. In den meisten Fällen liegt er deutlich unter dem Marktwert. Bei älteren Häusern auf dem Land kann er aber auch über einem sehr günstigen Kaufpreis liegen, was viele Käufer überrascht. Wer ein Schnäppchen macht, sollte deshalb vorab prüfen, welcher Wert höher ist.
Ein konkretes Beispiel: Kaufpreis 250.000 SEK, Taxeringsvärde 90.000 SEK. Berechnungsgrundlage ist der Kaufpreis, weil er höher ist. Lagfart = 1,5 % × 250.000 SEK = 3.750 SEK.
Der Vergleich mit Deutschland fällt deutlich aus: Die deutsche Grunderwerbsteuer liegt je nach Bundesland zwischen 3,5 % und 6,5 %. Schwedens 1,5 % unterbieten selbst den günstigsten deutschen Satz noch deutlich.
Wichtig für alle, die als Privatperson kaufen: Unternehmen und juristische Personen zahlen in Schweden 4,25 %. Für Privatpersonen gilt der niedrigere Satz von 1,5 %, unabhängig vom Wohnsitzland.
Die Lantmäteriet-Eintragungsgebühr: Was sie kostet und was sich 2026 geändert hat
Zur Lagfart-Steuer kommt ein zweiter, kleinerer Posten hinzu: die Eintragungsgebühr beim Lantmäteriet.
Das Lantmäteriet ist Schwedens zentrale Behörde für Vermessung, Grundbuch und Kataster. Jede Eigentumsübertragung in Schweden läuft zwingend über diese Behörde, die den Eigentümerwechsel im Fastighetsregistret (dem schwedischen Grundbuch) dokumentiert. Für diese Registrierung fällt aktuell eine Fixgebühr von 825 SEK an, umgerechnet rund 70 Euro.
Gebühr vor dem Kauf kurz prüfen
Die Gebühr wird vom Lantmäteriet festgelegt und kann sich ändern. Wer auf Nummer sicher gehen will, prüft den aktuellen Betrag kurz vor Vertragsabschluss direkt auf lantmateriet.se.
Ausländische Käufer ohne Personnummer
Käufer aus Deutschland, Österreich oder der Schweiz haben keine schwedische Personnummer, das ist kein Problem. Das Lantmäteriet registriert ausländische Käufer regulär, verlangt aber zusätzliche Identifikationsunterlagen. Seit Juli 2026 wird dafür eine Koordinationsnummer (samordningsnummer) vom Skatteverket benötigt, die man rechtzeitig vor dem Kauf beantragen sollte.
Rechenbeispiele: Was kostet der Hauskauf in Schweden wirklich?
Damit lässt sich konkret rechnen. Hier sind zwei Beispiele aus dem Preissegment, das bei Rabenfels typisch ist.
Beispiel 1: Ferienhaus für ca. 40.000 € (450.000 SEK) Taxeringsvärde liegt bei 120.000 SEK, also klar unter dem Kaufpreis. Berechnungsgrundlage ist der Kaufpreis.
- Lagfart: 1,5 % × 450.000 SEK = 6.750 SEK
- Eintragungsgebühr: 825 SEK
Gesamt: 7.575 SEK, ca. 660 €
Das sind unter 2 % des Kaufpreises.
Beispiel 2: Einfamilienhaus für ca. 25.000 € (280.000 SEK) Taxeringsvärde 95.000 SEK, Kaufpreis ist höher, also wieder Kaufpreis maßgeblich.
- Lagfart: 1,5 % × 280.000 SEK = 4.200 SEK
- Eintragungsgebühr: 825 SEK
Gesamt: 5.025 SEK, ca. 440 €
Ebenfalls unter 2 %.
In beiden Fällen dominiert die Lagfart-Steuer; die 825-SEK-Gebühr fällt kaum ins Gewicht.
Hinweis zum Wechselkurs: Die Euro-Beträge sind Richtwerte auf Basis eines exemplarischen Wechselkurses; tatsächliche Kosten hängen vom Kurs zum Zahlungszeitpunkt ab. Die SEK-Beträge sind gesetzlich fix.
Laufende Grundsteuer in Schweden: Fastighetsskatt und Fastighetsavgift
Neben den einmaligen Kaufnebenkosten gibt es noch einen laufenden Posten, den viele erst nach dem Kauf auf dem Radar haben: die schwedische Grundsteuer.
In Schweden heißt sie Fastighetsavgift (für Einfamilienhäuser) oder Fastighetsskatt (für andere Immobilientypen), und sie beträgt 0,75 % des Taxeringsvärde pro Jahr. Es gibt jedoch eine wichtige Obergrenze: Für Einfamilienhäuser sind es maximal knapp 10.000 SEK im Jahr. Häuser im günstigeren Preissegment kommen da nie in die Nähe.
Ein konkretes Beispiel: Ein Ferienhaus mit einem Taxeringsvärde von 90.000 SEK kostet jährlich 0,75 % × 90.000 = 675 SEK Grundsteuer, also rund 60 € pro Jahr. Das ist weniger als eine durchschnittliche Handyrechnung.
Einen Aspekt sollte man trotzdem im Hinterkopf behalten: Das Taxeringsvärde wird regelmäßig durch die schwedische Steuerbehörde neu festgesetzt. Bei steigenden Marktpreisen kann es angehoben werden, was langfristig den Standort einer Immobilie zur entscheidenden Kalkulationsgröße macht. Für ländliche Häuser in Värmland oder Nordschweden bleibt das Taxeringsvärde aber erfahrungsgemäß moderat.
Im Vergleich zur deutschen Grundsteuer ist die schwedische Belastung für günstige Landhäuser niedrig.
Kosten, die beim Hauskauf in Schweden gerne übersehen werden
Neben Lagfart und Grundsteuer gibt es ein paar Posten, die im Budget gern fehlen.
Übersetzungskosten. Kaufvertrag und Grundbuchauszug sind auf Schwedisch. Wer kein Schwedisch spricht, braucht eine verlässliche Übersetzung oder kauft über jemanden, der den Papierkram auf Deutsch erklärt. Bei Rabenfels erklären wir Vertrag und Kaufbrief auf Deutsch, bevor unterschrieben wird.
Reisekosten zur Besichtigung. Wer aus Deutschland, Österreich oder der Schweiz nach Värmland oder Dalarna anreist, kalkuliert je nach Anreiseweg und Unterkunft erfahrungsgemäß 300 bis 600 Euro. Keine versteckte Gebühr, aber ein echter Kostenblock, der im Budgetvergleich oft fehlt.
Freiwillige Bauinspektion. Schweden kennt keine gesetzliche Baupflichtprüfung. Ein Besiktningsman kostet typischerweise mehrere Tausend SEK. Rabenfels-Objekte werden im dokumentierten Zustand verkauft, bekannte Mängel werden benannt. Eine eigene Prüfung bleibt trotzdem sinnvoll, weil in Schweden der Käufer die Untersuchungspflicht trägt.
Bankgebühren für internationale Überweisungen. Euro in SEK zu tauschen kostet Wechselkursaufschläge und teils SWIFT-Gebühren. Mit Diensten wie Wise oder Revolut lässt sich das deutlich günstiger abwickeln als mit klassischer Banküberweisung.
Kein schwedisches Bankkonto, keine Personnummer nötig. Bei Rabenfels läuft die Zahlung direkt ab, ohne Umwege über ein schwedisches Konto oder behördliche Registrierungen im Vorfeld.
Kaufnebenkosten im Vergleich: Schweden vs. Deutschland
All diese Einzelposten zusammen ergeben ein klares Bild. Hier der direkte Vergleich auf einen Blick:
| Kostenart | Schweden | Deutschland |
|---|---|---|
| Grunderwerbsteuer | 1,5 % (einheitlich) | 3,5 % bis 6,5 % (je nach Bundesland) |
| Notargebühren | 0 € für Käufer | gesetzlich vorgeschrieben, ca. 1–2 % des Kaufpreises (Richtwert) |
| Maklerprovision (Käuferanteil) | 0 € für Käufer | Käufer trägt üblicherweise einen Teil (variiert je Bundesland) |
| Grundbucheintragung | 825 SEK Fixgebühr (ca. 70 €) | anteilig, variiert |
Gesamt | ca. 1,5 bis 2 % | ca. 7 bis 12 % |
Selbst der niedrigste deutsche Grunderwerbsteuersatz von 3,5 % ist mehr als doppelt so hoch wie der schwedische Satz. In mehreren Bundesländern werden 6,5 % fällig, was den Abstand noch deutlicher macht.
Wie der Kaufprozess bei Rabenfels abläuft
Bei Rabenfels läuft das anders als bei einem klassischen Maklergeschäft: Wir verkaufen ausschließlich eigene Häuser. Kein Vermittler, kein Dritter in der Mitte. Die Kaufabwicklung findet direkt zwischen dir und uns statt, was die Maklerprovision auf Käuferseite auf null hält.
Kaufvertrag (köpekontrakt), Kaufbrief (köpebrev) und den Lagfart-Antrag beim Lantmäteriet bereiten wir vor und erklären alles auf Deutsch. Schwedischkenntnisse sind für die Bürokratie nicht nötig. Was du unterschreibst, verstehst du. Worauf du dabei im Detail achten solltest, steht in unserem Leitfaden zum Hauskauf in Schweden.
Weder ein schwedisches Bankkonto noch eine Personnummer sind erforderlich. Die Zahlung regeln wir per direkter Vereinbarung, transparent und ohne Umwege. Wir begleiten den Prozess von der Besichtigung am Haus bis zur Schlüsselübergabe.
Neue Objekte in Värmland, Dalarna und Nordschweden erscheinen zuerst im Newsletter „Post aus Schweden", bevor sie öffentlich gelistet werden. Wer früh kaufen möchte, abonniert dort zuerst.
Die Kaufnebenkosten bei einem Rabenfels-Kauf beschränken sich damit auf das schwedische Minimum: Lagfart-Steuer plus Lantmäteriet-Gebühr, ergänzt allenfalls durch die optionalen Posten aus dem vorherigen Abschnitt.
Fazit: Realistisch 1,5 bis 2 % Kaufnebenkosten
Die Rechnung ist überschaubar: 1,5 % Lagfart-Steuer auf den Kaufpreis oder das Taxeringsvärde (je nachdem, was höher ist) plus die Eintragungsgebühr beim Lantmäteriet. Das war es an Pflichtkosten. Alle weiteren Posten, Gutachter, Übersetzungen, Reisekosten, sind optional oder lassen sich klein halten. Realistisch landet man bei 1,5 bis 2 % Kaufnebenkosten auf den Kaufpreis. Nicht null, aber weit unter dem, was ein vergleichbarer Kauf in Deutschland kosten würde.
Wer ein Haus in Schweden im Bereich 10.000 bis 60.000 € sucht und den Kauf unkompliziert auf Deutsch abwickeln möchte: Bei Rabenfels gehören die Objekte uns, bekannte Mängel werden offen benannt, und Kaufvertrag sowie Lagfart-Antrag werden vollständig auf Deutsch begleitet.
Der einfachste nächste Schritt: den Newsletter „Post aus Schweden" abonnieren. Neue Objekte gehen dort zuerst raus, bevor sie anderswo erscheinen. Wer konkrete Fragen zum Kaufprozess hat, kann auch direkt Kontakt aufnehmen.
Weiterlesen
How to Buy a Cheap House in Sweden as a Foreigner: The Real Process, Costs and Pitfalls
How to buy a cheap house in Sweden as a foreigner: no ownership limits, cash payment from abroad, 1.5% stamp duty, coordination number and residence rules.
Als Deutscher ein Haus in Schweden kaufen: Was erlaubt ist und was nicht
Darf ich als Deutscher in Schweden ein Haus kaufen? Ja, ohne Einschränkung. Was du brauchst, was sich 2026 geändert hat und wo die echten Hürden liegen.
Mit Kindern nach Schweden auswandern: Schule, Kita, Kindergeld und das Haus auf dem Land
Mit Kindern nach Schweden auswandern: Anmeldung, Kita und maxtaxa, Schule und Schulbus, barnbidrag, SFI und welche Beratung Familien bei der Planung hilft.
